Chinatown Bangkok – Atemlos Tag und Nacht

Bangkok Chinatown

Wir konnten mit einem ganz ordentlichen Frühstück in den Tag starten. Es gab jeden Morgen hartgekochte Eier, gegartes Gemüse, Kartoffeln, Obst, Toast mit Butter oder Marmelade sowie Cornflakes, Tee und Kaffee. Zugegeben, guten Kaffee gibt es in Asien nicht an jeder Ecke, was am ersten Tag gleich deutlich wurde. Aber wir wollten uns nicht beschweren, denn wir konnten unser Frühstück im reichlich begrünten Außenbereich der Rooftop Bar mit Blick über Chinatown, Bangkok genießen – gibt schlimmeres. 

Auf Erkundungstour in Chinatown

Wie im Post über unsere Anreise bereits beschrieben, lag unsere Unterkunft – das LUK Hostel – in Mitten von Chinatown in einer für Europäer verdammt engen Gasse. Von Hauswand zu Hauswand waren es vielleicht zwei Meter, diese wurden dann auch noch bis auf den letzten Millimeter genutzt, um Verkaufsstände und Garküchen aneinanderzureihen. Wenn es kein Fleisch gibt, gibt es Obst und wenn es kein Obst gibt, gibt es Spielzeug und wenn es kein Spielzeug gibt, gibt es Kleidung und wenn… Naja immer so weiter eben. Und natürlich Menschmassen, die sich durch diese Gassen zwängen.

All dies ist jedoch halb so wild. Im Gegenteil: Ich find´s geil! Wovor ich allerdings auf jeden Fall vorwarnen möchte, ist der Gestank. Hier helfen wirklich keine Beschreibungen. Es stinkt einfach bestialisch. Am ersten Tag habe ich den Gestank als noch garnichtmal so krass empfunden. Aber heute. WOW! Das ist auch jeden Fall nichts für empfindliche Menschen und das bin ich beim besten Willen nicht. Aber selbst ich musste an manchen Stellen fluchtartig weiter RENNEN, sonst hätte ich mir das schöne Frühstück nochmals durch den Kopf gehen lassen.

Chinatown kurz zusammengefasst:

Tonnenweise Essen, davon tonnenweise (rohes) Fleisch in der versmogten Mittagshitze, Ramsch, Gestank und Menschenmassen… Man könnte fast sagen: Wie man´s halt aus den Medien halt kennt. UND: Entweder man liebt es oder man hasst es. Ich lieb´s. Meine Freundin hasst´s. 

Ach, apropos versmogt. Eines sei an dieser Stelle noch erwähnt. Die ganzen engen Gassen wurden von den Händlern fast ausnahmslos überdacht. Natürlich wird sich auch in die engsten Ecken mit dem Roller hineingepresst. Die Kombi aus unzähligen Grills, Smog, Menschenmassen und Abgasen lassen einen zum Teil fast Erstickungsängste kriegen. 

Nachdem wir dann doch durch die ein oder andere Gasse gebummelt waren, haben wir uns (heute ausschließlich zu Fuß) zu den Sehenswürdigkeit in Chinatown aufgemacht.

(Wer es so wie wir etwas entspannter angehen und sich einfach Treiben lassen möchte, dem empfehlen ich zwei Tage für Chinatown, Bangkok einzuplanen. Das reicht locker um alles zu sehen und den ein oder anderen Moment auch mal etwas ausgiebiger wirken zu lassen)

Alle Sehenswürdigkeiten in Chinatown, Bangkok:

1. Ratchawong Pier

Da unser Hostel im Herzen Chinatowns lag, war der Ratchawong Pier (auf Fahrplänen vor Ort auch als Pier No. 5 gekennzeichnet) lediglich etwas mehr als 500 Meter entfernt. Aus diesem Grund waren wir zu Fuß und mit gemächlichem Tempo in etwa 10 Minuten über die Ratchawong Road dort. Der Pier liegt am Chao Phraya River und ist eine Haltestelle für die sog. Expressboote. Der Chao Phraya ist ganz klar die Lebensader Bangkoks. Wir verbrachten eine ganze Weile auf dem Pier, nur um das spektakuläre Treiben aus tausenden von Booten, die entweder in Schrittgeschwindigkeit vor sich hindümpelten oder regelrecht über die Wellen schossen, zu beobachten.
 

– Expressboote auf dem Chao Phraya River –

Der eigentliche Sinn des Piers sind jedoch die Expressboote. Die verschiedenen Linien sind farblich gekennzeichnet. Jedes Boot hat eine entsprechende Flagge am Bug. Die wichtigste Linie für Touristen ist die „Orange Line“, da man mit dieser sämtliche Haltestellen in Bangkok anfahren kann. Zwischen den Haltestellen liegen immer nur einige Minuten Fahrzeit. Jede einzelne Fahrt (egal wie lange) kostet pauschal 15 Baht (50 Cent). Die Expressboote sind damit die günstigsten und schnellsten Transportmittel in Bangkok. Einfach einsteigen und aussteigen, wann und wo man möchte. Dies ist zwar auch mit dem „Tourist Boat (hop on hop off)“ möglich, welches jedoch mit einer Tageskarte in Höhe von 200 Baht (und damit dem mehr als 13-fachen!) zu Buche schlägt. Da die Expressboote allerdings auch das Mittel der Wahl für Einheimische sind, dürften sie auch in Zukunft die günstigste Variante bleiben. 

Hard Facts zum Ratchawong Pier:

  • Öffnungszeiten: Täglich von 6:00 – 19:00 Uhr
  • Eintrittspreis: for free
  • Hauptattraktion: tausende Boote auf dem Chao Phraya River / Nutzung der Expressboote
2. Wat Mangkon Kamalawat

Der 1846 fertiggestellte Tempel ist zwar der größte und auch bedeutendste chinesische buddhistische Tempel in Bangkok, in dem wichtige Festlichkeiten wie das chinesische Neujahrsfest und das jährliche chinesische Vegetarierfest abgehalten werden, dennoch war er um ehrlich zu sein für uns nicht allzu spektakulär oder besonders schön anzusehen. Aus diesem Grund ist es bei einem kurzen Stopp am Vorbeigehen geblieben. 

3. Wat Traimit (Golden Buddha)

Unsere nächste Station war der Wat Traimit der für seinen 5,5 Tonnen schweren und 3 Meter hohen Golden Buddha im Inneren bekannt ist (größte Statue der Welt, die massiv Gold gefertigt wurde). Wirklich unglaublich ist jedoch die Vergangenheit dieser Statue. 200 Jahre lang war sie nämlich unter einem „Schutzmantel“ versteckt, um einen Diebstahl zu verhindern. Im Jahr 1957 wurde dieser Mantel durch einen Unfall zerstört und man entdeckte die Statue darunter. Seit 2010 kann man die Statue in einem eigenen Raum im Tempel besichtigen. 

Ich muss sagen, dass dieser Tempel das erste „echte“ Highlight war, wenngleich es dort auch seeeehr touristisch ist. Die wunderschöne Architektur lohnt sich aber dennoch.  

Neben dem goldenen Buddha gibt es im inneren des Tempels noch einige Ausstellungen, welche über die Geschichte des Buddhas und die der chinesischen Einwanderer unterrichten. Entlang des Tempels sind Kunstrasenflächen angelegt, auf welchen man sich im Schatten des Tempels kurz vor der prallen Mittagshitze fliehen kann. Alles in Allem ist dieser Spot auf jeden Fall zu empfehlen

Hard Facts zum Wat Traimit:

  • Öffnungszeiten: Täglich von 8:00 – 17:00 Uhr
  • Eintrittspreis: 40 Baht
  • Hauptattraktion: der goldene Buddha im Inneren 
4. Chinatown Gate

Das im Jahr 1999 eingeweihte „Tor“ zur Chinatown, Bangkok steht auf dem Odeon Circle. Hier beginnt auch die Yaowarat Road, welche sich einmal quer durch Chinatown schlängelt.

5. Night Market (Food Market)

Der Night Market befindet sich in der Yaowarat Road, und damit im Herzen von Chinatown, Bangkok. Im Gegensatz zu anderen Nachtmärkten liegt der Fokus dieses Marktes ganz klar auf dem Essen. Technik, Kleidung usw. findet man hier eher weniger. Man kann sich auf jeden Fall durch einige Leckereien probieren, während über einem die bunten Kitsch Werbetafeln blinken. Aber Achtung: Es handelt sich hierbei um keine Walking Street, die für Fahrzeuge gesperrt wird. Es werden lediglich Absperrungen links und rechts der Straße aufgestellt, um für etwas Sicherheit für die Besucher zu sorgen. Dazwischen immer mal wieder ein Polizist, der etwas alibimäßig in seine Pfeife bläst und den Verkehr „regelt“…

Hard Facts zum Chinatown Night Market:

  • Keine abgesperrte Walking Street
  • Öffnungszeiten: 18:30 – 00:00 Uhr 
  • Eintrittspreis: for free
  • Hauptattraktionen: Unzählige Garküchen mit vielen internationalen Gerichten  

2 Gedanken zu “Chinatown Bangkok – Atemlos Tag und Nacht

  1. Liebes Reise Rute Team, ich habe heute den Tipp bekommen, dass ihr einen Super Reisebericht gestartet habt.
    Ich bin wirklich begeistert, ob ich jemals so eine Reise wagen würde, ist dahin gestellt! Bei Eurer Schilderung ist man fast dabei um nicht zu sagen, mittendrin! Vielen Dank! Ich freue mich auf Bald! Ich wünsche euch weiterhin eine GUTE Zeit und noch viele Erlebnisse!
    Bin GESPANNT!!!!
    Rita

    1. Liebe Rita,

      herzlichen Dank für deinen netten Kommentar. Schön, dass dir die Berichte so gut gefallen und wir dich mit auf die Reise nehmen können!

      Bis Bald

      REISE-RUTE.de

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